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Fünf Fragen an Peat

Wir haben uns mit dem Team von PEAT aus Hannover unterhalten und ihnen 5 Fragen zu Ihrem StartUp gestellt. Im folgenden Interview erfahrt ihr, was PEAT genau machen, was das Besondere an Ihrem StartUp ist, wo sie genau sitzen und warum! logo_tille[1]

Was genau macht Euer Start-Up und was ist das Besondere an Eurer Geschäftsidee?

Unser Start-Up verknüpft künstliche Intelligenz und ökologische Fragestellungen. Ziel ist, die weltweit umfangreichste Datenbank zu Pflanzenschäden aufzubauen, denn auf Basis dieser ergeben sich unzählige Möglichkeiten Cutting-Edge Software für die Landwirtschaft zu entwickeln – für Kleinbauern, Kleingärtner und Agrarwirte .

In unserem initialen Projekt trainieren wir künstliche Intelligenz darauf Pflanzenschäden zu erkennen. Hierfür haben wir eine App entwickelt, die für den Nutzer ein hilfreiches und bedienerfreundliches Tool im Garten ist. Mit der App kann uns der Nutzer ein Foto von seiner kranken Pflanze schicken. Durch einen von uns erstellten Algorithmus werden dem User dann die wahrscheinlichsten Krankheiten oder Schädlinge, die seine Pflanze befallen haben, angezeigt. Zusätzlich bekommt er Hinweise zur Behandlung der betroffenen Pflanze, die sich aus konventionellen aber auch kostengünstigen und ökologischen Behandlungsvorschlägen zusammensetzen.

2015 haben sich mehr als 18,000 Menschen in Deutschland, Österreich und der Schweiz unsere App heruntergeladen und uns mehr als 15,000 Fotos zugesendet. Mit Hilfe der gesammelten Daten bauen wir Bild- und Geodatenbanken auf, um zu ermitteln, welche Pflanzenkrankheiten weltweit den größten Schaden anrichten. Wir berechnen Prognosen und helfen somit dabei im Pflanzenschutz Präventionsarbeit zu leisten, Pflanzenschutzmittel einzusparen, die Erträge zu steigern und die Umwelt zu schonen.

Der Geokatalog für Pflanzenkrankheiten ist eines eurer ersten Projekte. Wie kam es dazu, dass ihr euch damit beschäftigt und was ist daran das spannende für euch?

Wir kommen aus den Natur- und Geisteswissenschaften und haben die letzten Jahren in Gambia, Mali und Brasilien intensiv mit Kleinbauern zusammengearbeitet und dabei realisiert, dass die Eindämmung von Pflanzenkrankheiten zu den größten Problemen der Landwirte zählt. Denn auch noch heute vernichten Krankheiten, Unkräuter und Schädlinge bis zu 30% der absoluten Erntemenge weltweit. Die Weltbevölkerung wächst rapide. Wir werden 10 Milliarden Menschen auf diesem Planeten und PEAT ist unser Beitrag, diese auch ernähren zu können. Wir sind uns dabei sicher, dass die nachhaltige Bekämpfung von Pflanzenschäden zu den mächtigsten Stellschrauben in dieser Mammutaufgabe des 21 Jahrhunderts gehört. Denn viele Landwirte kennen ihre traditionell angebauten Kulturen und deren Krankheiten, doch Klimawandel und veränderte Weltmärkte machen oft Innovationen notwendig, sowohl im Bereich Anbautechniken als auch was die Kulturen selbst betrifft. Wir bieten zugängliche Informationen in einfach verständlicher Form und alles was ein Landwirt dafür tun muss, ist uns per App ein Foto zuzusenden.

Was waren die größten Schwierigkeiten, die Ihr auf Eurem Gründungsweg überwinden musstet?

Schwierigkeiten? Gibt es nicht! 😉 Es gibt nur Herausforderungen die angegangen werden müssen.
Aber natürlich hatten wir, wie viele andere Start-Ups auch, mit den “Klassikern” zu tun.
Wo unterkommen? Marketingstrategie? Finanzen? Business Case? Social Media? Steuerberatung? Unternehmensform? rechtliche Voraussetzungen?…um hier nur einige Schlagworte zu nennen. Wir hatten dabei aber das Glück, verlässliche und erfahrene Menschen und Organisationen an unserer Seite zu haben, die uns bei diesen Fragestellungen enorm geholfen haben. Ein dickes Dankeschön an dieser Stelle.
Ein Punkt der uns derzeit umtreibt: Der mit dem Aufbau einer Firma und der Anwerbung von öffentlichen Geldern verbundene bürokratische Aufwand bindet weit mehr Kapazität als uns lieb ist und verhindert oft effiziente Abläufe.

Wo sitzt Ihr und warum habt Ihr Euch für diesen Standort entschieden? Was findet Ihr besonders gut am Standort Hannover?

Viele von uns 7 kommen aus Hannover, die Wege sind hier dementsprechend kurz und uns fällt kaum etwas ein, was wir nicht mit 4 Telefonaten innerhalb von 2 Stunden klären und besorgen könnten. Das Netzwerk, das wir hier in Hannover haben, in einer anderen Stadt aufzubauen, würde uns noch einmal die gesamte Jugend kosten!

Und wo geht es hin – Wo seht Ihr euch in 5 Jahren?

In 5 Jahren wollen wir den globalen Standard für die Klassifizierung von Pflanzenschäden definieren. Um dieses Ziel zu erreichen veröffentlichen wir unsere App Plantix dieses Jahr international und ab 2017 können anderen Softwareunternehmen unsere API in ihre Apps integrieren. Wir wollen die App weiterhin kostenlos für Kleinbauern zur Verfügung stellen und im B2B Market über Lizenzgebühren Geld verdienen, in dem wir Software vermarkten, die auf Gewächshauskameras, Drohnen und Agrarroboter ausgelegt ist.
PEAT ist die Wette auf eine Zukunft, in der Roboter uns dabei unterstützen, landwirtschaftliche Flächen nachhaltig zu bewirtschaften. Schäden könnten so früh erkannt und auch nur lokal behandelt werden, denn nur durch die permanente Überwachung der Fläche, kann der präventive Einsatz von Pflanzenschutzmittel deutlich verringert werden. Dies schont nicht nur die Umwelt, sondern rechnet sich für jeden Landwirt auch ökonomisch.

Use_of_Plantix[1]

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